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Händehygiene

Krankmachende Erreger werden vor allem über die Hände übertragen. Mit einer gründlichen Händehygiene beugen Sie der Keimverschleppung vor. Erfahren Sie mehr über die wichtigsten Maßnahmen zur Händehygiene.

Jörg Spors, Hygienebeauftragter einer Berufsfeuerwehr und Leiter einer Sektion in einer Fachgesellschaft zur Krankenhaushygiene im Interview.

Kein Platz an der Sonne: Desinfektionsmittelspender im Rettungsdienst richtig platzieren

Jörg Spors, Hygienebeauftragter einer Berufsfeuerwehr und Leiter einer Sektion in einer Fachgesellschaft zur Krankenhaushygiene im Interview.


Herr Spors, in der Klinik gibt es für die Platzierung von Händedesinfektionsmittel-Spendern klare Empfehlungen. Gibt es für den Rettungsdienst ähnlich praktische Hinweise?

J. Spors: Leider nicht. Im klinischen Umfeld sollte der Spender so platziert werden, dass er immer gut erreichbar ist: Also idealerweise am Point of Care. Im Rettungswagen oder im Notarztfahrzeug kann man die Gegebenheiten aus der Klinik jedoch nicht einfach so nachbauen. In einem Einsatzfahrzeug ist beispielsweise viel weniger Platz – jeder Quadratzentimeter muss hier strategisch ausgenutzt werden, um alles unterzubringen. Das führt mitunter zu unglücklichen Spenderplatzierungen: Oft sind die Spender beispielsweise im Bereich unter einem Kleiderhaken angebracht. Wird eine potenziell kontaminierte Einsatzjacke aufgehängt, umschließt diese den Spender komplett und verunreinigt diesen. Wird ein Spender hingegen direkt neben einem Sitz oder direkt im Behandlungsbereich angebracht, besteht sogar die Gefahr sich während der Patientenversorgung oder im Rahmen eines Unfalls am Gehäuse oder Hebel zu stoßen und zu verletzen.


Auch der Fahrer muss sich regelmäßig die Hände desinfizieren. Wie sieht es im vorderen Bereich des Fahrzeugs aus?

J. Spors: Vorne im Fahrerraum ist es gar nicht so einfach, Händedesinfektionsmittel bereit zu stellen. Da hier kein Platz ist, um einen Spender anzubringen, finden wir hier oft 500 mL Flaschen in der Fahrertür oder Kittelflaschen auf der Ablage. Das ist nicht sachgemäß, weil die Flaschen nicht personenbezogen verwendet werden und im Falle eines Unfalls sogar gefährlich umherfliegen können. Auch die direkte Sonneneinstrahlung kann hier problematisch werden: In den heißen Sommermonaten erreichen die Temperaturen im Innenraum mitunter 60 Grad, auf dem Armaturenbrett sogar noch höher. Ist die Flasche nicht richtig verschlossen, kann der Alkohol verdunsten – die Wirksamkeit ist dann natürlich in Frage gestellt.


Ganz intuitiv ist die Frage der optimalen Spenderplatzierung also nicht zu lösen. Wie sollten Mitarbeiter im Rettungswesen also vorgehen?

J. Spors: Die perfekte Lösung gibt es aktuell nicht. Eigentlich müssten sich die Fahrzeug-Hersteller mit Krankenhaus-Hygienikern und Rettungsdienstlern zusammensetzen, um eine realistische Strategie für die Platzierung in der Praxis zu entwickeln. Bis dahin empfiehlt es sich, bei der Auswahl einer geeigneten Stelle mit Ausschlusskriterien zu arbeiten, denn fast jedes Fahrzeug ist anders aufgebaut – abhängig von Hersteller und Standort.
So ist beispielsweise bei der Platzierung zu beachten, dass der Spender gut erreichbar ist und der Hebel zur Entnahme betätigt werden kann. Wegen der Tropf-Gefahr sollten unterhalb keine elektrischen Geräte, wie zum Beispiel der Defibrillator, angebracht sein. Der Spender sollte außerdem nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sein: In der unmittelbaren Nähe des Fensters ist der Spender also deplatziert. Um die Aufbereitung des Spenders zu ermöglichen, sollte der gesamte Korpus außerdem für Hände und Tücher zugänglich sein: Eine Platzierung direkt an der Seitenwand ist daher auch nicht zu empfehlen.


Stichwort Aufbereitung – gibt es hier noch weitere Faktoren, die im Rettungswesen besonders zu beachten sind?

J. Spors: Die Spenderaufbereitung wird im Rettungsdienst aktuell eher stiefmütterlich behandelt. Das liegt vor allem an der hohen Einsatzfrequenz der Fahrzeuge: Den Mitarbeitern fehlen schlichtweg die zeitlichen und personellen Ressourcen. Unsere Beobachtungen haben da jedoch wirklich kritische Zustände aufgedeckt: Bei 84 Prozent der Spender im Rettungs- und Krankentransport war die Gesamtkeimzahl auf den Spendern so hoch, dass die Anzahl der koloniebildenden Einheiten (KBE) nicht mehr ermittelt werden konnte. Auf rund 26 Prozent fanden wir Schimmelpilze.
Um das Ressourcenproblem zu umgehen empfehle ich daher Einmalsysteme, die nach der Verwendung komplett entsorgt werden. Hier entfällt die Aufbereitung fast vollständig – lediglich die Halterung muss regelmäßig wischdesinfiziert werden. Das ist insgesamt wesentlich günstiger als die Verwendung von Wandspendern mit Mehrweg- oder Einmalpumpen. Die aktuellen Empfehlungen der KRINKO gehen in dieselbe Richtung: Die Kommission empfiehlt, Spendersysteme zu nutzen, die mit Einmalflaschen und -pumpen bestückbar und mit Gebinden unterschiedlicher Hersteller kompatibel sind.


Vielen Dank, Herr Spors!

Laden Sie sich jetzt die praktische Checkliste zur Spenderplatzierung im Rettungsfahrzeug herunter.

KRINKO-Empfehlung zur Händehygiene

Die neue KRINKO-Empfehlung zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens

Die Hände gelten als wichtigste Überträger pathogener Erreger. Bei Mängeln in der Händehygiene kann die helfende Hand im Notfall so zur Gefahr werden. In ihrer neuen Empfehlung definiert die KRINKO den State of the Art der Händehygiene für eine wirkungsvolle Infektionsprävention auch bei der Notfallversorgung von Patienten. Lesen Sie hier vier wichtige und für die tägliche Praxis des Rettungsdienstes relevante Aspekte der Empfehlung.

  • Wirkungsspektrum beachten
    Bei der Wahl des passenden Desinfektionsmittels sollte das Wirkungsspektrum den Ausschlag geben. Alle Händedesinfektionsmittel inaktivieren Bakterien und Hefen. Bei Viren ist die Wirkung von der Konzentration und Art der Alkohole abhängig: Bei den besonders widerstandsfähigen unbehüllten Viren sind meist höhere Ethanolkonzentrationen notwendig. Für die Beurteilung der Viruswirksamkeit stehen verschiedene Wirkungsspektren zur Verfügung: „Begrenzt viruzid“ wirkt gegen alle behüllten Viren, „begrenzt viruzid PLUS“ inaktiviert behüllte Viren sowie die unbehüllten Noro-, Rota- und Adenoviren. Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum „viruzid“ wirken zusätzlich gegen unbehüllte, stärker hydrophile Viren, wie z. B. Enteroviren.

  • Handschuhe: 5 Momente für den Wechsel
    Obgleich medizinische Einmalhandschuhe Mitarbeiter vor der Kontamination mit Pathogenen schützen, ist es für den Patientenschutz notwendig, die Handschuhe in bestimmten Momenten zu wechseln. Immer dann, wenn eine Indikation zur Händedesinfektion gemäß der 5 Momente der Händehygiene vorliegt,  müssen die Handschuhe gewechselt werden. Sind die Handschuhe zudem sichtbar perforiert oder mit Blut, Sekreten, Exkreten oder unbehüllten Viren kontaminiert, sollten die Handschuhe unmittelbar ausgetauscht werden.

  • Einmalhandschuhe ersetzen nicht die Händedesinfektion
    Die WHO definiert mit ihren 5 Momenten der Händehygiene jene Indikationen, bei deinen ausnahmslos eine Händedesinfektion durchzuführen ist. Nämlich unmittelbar vor direktem  Patientenkontakt, unmittelbar vor aseptischen Tätigkeiten, unmittelbar nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material, nach direktem Patientenkontakt und nach Kontakt mit der direkten Patientenumgebung. Das gilt unabhängig davon, ob nachfolgend nicht sterile oder sterile Einmalhandschuhe angelegt werden. Zusätzlich ist auch generell nach dem Ablegen von Schutzhandschuhen eine Händedesinfektion indiziert.

  • Schmuck an Händen und Unterarmen ist tabu
    Armbänder, Armbanduhren, Ringe (inkl. Eheringe) und Piercings (z. B. Dermal Anchor) behindern die sachgerechte Händehygiene und können so zu einem Erregerreservoir  werden. Schmuckstücke können zudem das Verletzungsrisiko und die Perforationshäufigkeit medizinischer Einmalhandschuhe erhöhen.

 

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Händewaschen und Händedesinfektion

Händewaschen

Häufiges Waschen der Hände kann zu Hautirritationen führen – angefangen bei trockener Haut bis hin zum Handekzem. Daher sollten Beschäftigte im Gesundheitswesen die Hände nur gezielt in folgenden Situationen waschen:

  • Grundsätzlich vor Arbeitsbeginn, nach Arbeitsende und nach dem Toilettenbesuch.

  • Bei starken Verschmutzungen u. a. mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten (danach die Hände desinfizieren).

  • Bei Verdacht auf Kontamination mit sporenbildenden Bakterien wie Clostridium difficile (vorher Hände desinfizieren).

 

Lesen Sie den Erregersteckbrief zu „Clostridium difficile“ auf www.bode-science-center.de

 

Händedesinfektion

Im Einsatz kommt es darauf an, Keime schnell und sicher abzutöten. Zu diesem Zweck eignen sich Hände-Desinfektionsmittel sehr viel besser als Seife.

  • Mit einer hygienischen Händedesinfektion werden krankmachende Erreger zuverlässig inaktiviert und die Haut in der Regel kaum beeinträchtigt.

  • Bei der Händedesinfektion wird nicht nur eine höhere Keimreduktion als beim Händewaschen erzielt, sondern auch die Verbreitung von Mikroorganismen in die Umgebung verhindert.

  • Weiterer Vorteil: Die Händedesinfektion kann überall durchgeführt werden, unabhängig von der Verfügbarkeit von Waschbecken.


Tipp für bessere Hautverträglichkeit: Wenn Sie ein alkoholisches Hände-Desinfektionsmittel einsetzen, achten Sie darauf, dass das Produkt Rückfettungskomponenten enthält. Auf diese Weise werden die Hände bereits während der Desinfektion gepflegt.


Durchführung der Händedesinfektion

Eine Händedesinfektion ist immer dann erforderlich, wenn eine Kontamination der Hände mit potenziell krankmachenden Erregern erfolgte oder zu vermuten ist. Das „Wann“ der Händedesinfektion orientiert sich an den „5 Momenten der Händehygiene“ der WHO – den zentralen Risikosituationen für eine Erregerübertragung:

  • VOR Kontakt mit / zu Patienten

  • VOR aseptischen Tätigkeiten

  • NACH Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien

  • NACH Kontakt mit / zu Patienten

  • NACH Kontakt mit der direkten Umgebung des Patienten

 

Details, Hintergründe und Materialien zu den fünf Momenten der Händehygiene lesen Sie auf www.bode-science-center.de unter CENTER.


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Gesunde Hände im Rettungsdienst: Handekzeme vermeiden

Handekzeme sind bei Mitarbeitern in medizinischen Berufen weit verbreitet. Und dennoch werden sie – auch von den Betroffenen selbst – zu selten ernst genommen. Dabei ist das Problem nicht zu unterschätzen. So zeigt eine Studie aus dem Jahr 2009: 18 Prozent der untersuchten Gesundheitsmitarbeiter leiden unter einer Kontaktdermatitis an den Händen [1]. Die Auslöser solcher beruflich bedingten Hauterkrankungen sind vielfältig. Im Rettungswesen stehen besonders die Feuchtarbeit und das häufige und lange Tragen von Schutzhandschuhen im Fokus.

Ist die Haut erstmal geschädigt, gefährdet das sowohl die Arbeitsfähigkeit von Rettungskräften als auch die Mitarbeiter- und Patientensicherheit. Denn bereits kleinste Risse und Hautschädigungen können zum Erregerreservoir werden. So sind z. B. Gesundheitsmitarbeiter mit einem schweren Handekzem bis zu 15‐mal häufiger mit resistenten Keimen kolonisiert [1].


Hautcremes und richtiges Handschuhtragen

Basispflege und Verhaltensänderungen helfen, das Risiko von Hautschädigungen entscheidend zu senken. Das bedeutet konkret, Handschuhe nur zu tragen, wenn es erforderlich ist. Außerdem sollten die Hände regelmäßig mit Hautschutz- und -pflegepräparaten eingecremt werden. Hier empfiehlt es sich, Hautschutzcremes vor Belastungen wie z. B. Feuchtarbeiten und auch vor Arbeitsbeginn und bei Bedarf in den Pausen zu benutzen. Hautpflegeprodukte hingegen kommen nach dem Händewaschen, in den Arbeitspausen und nach Schichtende bzw. in der Freizeit zum Einsatz [2]. Pflege- und Schutzcremes sollten allerdings vollständig in die Haut eingezogen sein, bevor erneut Handschuhe angezogen werden [3].


Hände-Desinfektionsmittel mit rückfettenden Substanzen

Auch die alkoholische Händedesinfektion mit einem rückfettenden Präparat wie Sterillium classic pure* trägt zum Erhalt einer gesunden Haut bei. So erhöht sich die Hautfeuchtigkeit einer aktuellen Studie zufolge durch die regelmäßige Anwendung von Sterillium classic pure* nach nur einer Woche sogar um rund 30 Prozent [4].

Ist ein Hände-Desinfektionsmittel mehr als nur hautverträglich, wird es gerne und damit auch zuverlässiger verwendet. Ein hautverträgliches Präparat trägt damit zu einer höheren Compliance und damit zu einem verbesserten Infektionsschutz bei.


Quellen:
[1] John, S.M. (10.07.2015). Hauterkrankungen –unterschätzter Risikofaktor für nosokomiale Infektionen. Vortrag gehalten auf dem Mittags-Symoposium „Gesunde haut – besserer Infektionsschutz. Neue Erkenntnisse zur Compliance.“ der PAUL HARTMANN AG/BODE Chemie am 10.07.2015 in Berlin.   

[2] Empfehlung des Arbeitskreises Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF. Händedesinfektion und Händehygiene – AWMF-Register Nr. 029/027, S1-Leitlinie. In: HygMed 2015; 40 - 9 Seite 369ff  

[3] Empfehlung des Arbeitskreises Krankenhaus- und Praxishygiene der AWMF. Leitlinien zur Hygiene in Klinik und Praxis. Anforderungen an Handschuhe zur Infektionsprophylaxe im Gesundheitswesen. AWMF-Register Nr. 029/021

[4] RCTS‘ Study No. 3295. 2014. Evaluating the effect of a hand sanitiser using an exaggerated handwash method.

* Sterillium classic pure: Wirkstoffe: Propan-2-ol, Propan-1-ol, Mecetroniumetilsulfat. Zusammensetzung: 100 g Lösung enthalten: Wirkstoffe: Propan-2-ol 45,0 g, Propan-1-ol 30,0 g, Mecetroniumetilsulfat 0,2 g. Sonstige Bestandteile: Glycerol 85 %, Tetradecan-1-ol, Gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Zur hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion. Zur Hautdesinfektion vor Injektionen und Punktionen. Gegenanzeigen: Für die Desinfektion von Schleimhäuten nicht geeignet. Nicht in unmittelbarer Nähe der Augen oder offener Wunden anwenden. Überempfindlichkeit (Allergie) gegen einen der Wirkstoffe oder der sonstigen Bestandteile. Nebenwirkungen: Gelegentlich kann eine leichte Trockenheit oder Reizung der Haut auftreten. In solchen Fällen wird empfohlen, die allgemeine Hautpflege zu intensivieren. Allergische Reaktionen sind selten. Warnhinweise: Die Händedesinfektion dient der gezielten Vermeidung einer Infektionsübertragung z. B. in der Krankenpflege. Sterillium classic pure soll nicht bei Neu- und Frühgeborenen angewendet werden. Die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern soll erst nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Ein Kontakt der Lösung mit den Augen muss vermieden werden. Wenn die Augen mit der Lösung in Berührung gekommen sind, sind sie bei geöffnetem Lidspalt mehrere Minuten mit fließendem Wasser zu spülen. Ein Umfüllen von einem Behältnis in ein anderes soll vermieden werden um eine Kontamination der Lösung zu vermeiden. Wenn Umfüllen unvermeidbar ist, darf es nur unter aseptischen Bedingungen (z. B. Benutzung von steri¬len Behältnissen unter Laminar Air Flow) erfolgen. Erst nach Auftrocknung elektrische Geräte benutzen. Nicht in Kontakt mit offenen Flammen bringen. Auch nicht in der Nähe von Zündquellen verwenden. Flammpunkt 23 °C, entzündlich. Bei bestimmungsgemäßer Verwendung des Präparates ist mit Brand- und Explosionsgefahren nicht zu rechnen. Nach Verschütten des Desinfektionsmittels sind folgende Maßnahmen zu treffen: sofortiges Aufnehmen der Flüssigkeit, Verdünnen mit viel Wasser, Lüften des Raumes sowie das Beseitigen von Zündquellen. Nicht rauchen. Im Brandfall mit Wasser, Löschpulver, Schaum oder CO2 löschen. BODE Chemie GmbH | Melanchthonstraße 27 | 22525 Hamburg

Händedesinfektion beim Tragen von Handschuhen

Handschuhtragen ist Personalschutz

Das Tragen von Schutzhandschuhen vermindert die sichtbare Verschmutzung der Hände und die Belastung durch Keime. Damit geben Handschuhe ein Sicherheitsgefühl, das dazu verleitet, für den Patienten notwendige Händedesinfektionen nicht durchzuführen.

Beachten Sie:

  • Handschuhe dienen vorrangig dem Personalschutz und ersetzen keine Händedesinfektion.

  • Bei Gebrauch von Handschuhen können z. B. winzige Risse entstehen (Mikro-Perforation) und somit die Hände unter dem Handschuh kontaminieren.

  • Auch beim Abstreifen der Handschuhe kommen die Hände häufig mit Krankheitserregern in Kontakt.


Händedesinfektion während des Einsatzes

Im Rettungsdienst werden häufig während des gesamten Einsatzes Handschuhe getragen. Damit Patienten sicher vor Infektionen und übertragbaren Krankheiten geschützt werden, dürfen notwendige Händedesinfektionen jedoch nicht ausgelassen werden. Denken Sie daran alle Händedesinfektionen durchzuführen, die auch „mit bloßen Händen“ erforderlich sind.

Desinfizieren Sie Ihre Hände:

  • gemäß der 5 Momente der Händehygiene

  • auch wenn während des Handschuhtragens eine Indikation gemäß der 5 Momente der Händehygiene vorliegt, z. B. vor einer aseptischen Tätigkeit. Dazu Handschuhe ablegen, hygienische Händedesinfektion durchführen und neue Handschuhe anziehen.

  • nach dem Ablegen und der Entsorgung des Handschuhs.

 

Lesen Sie die Zusammenfassung der Studie „Die schmutzige Hand im Schutzhandschuh“ auf www.bode-science-center.de unter SCIENCE.

 
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Händedesinfektion bei Noro-, Adeno- und Rotaviren: neues Wirkungsspektrum

„Begrenzt viruzid PLUS“ – das neue Wirkungsspektrum

In ihrer aktuellen Empfehlung zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens (2016) stellt die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) eine neue Wirksamkeitsstufe vor: „begrenzt viruzid PLUS“.

Zusätzlich zu allen behüllten Viren inaktivieren Produkte mit dem neuen Wirkungspektrum auch die unbehüllten Adeno-, Rota- und Noroviren, welche besonders häufig für Ausbrüche verantwortlich sind.

Um als „begrenzt viruzid PLUS“ ausgelobt zu werden, sollte ein Händedesinfektionsmittel entweder nach den DVV/RKI-Prüfmethoden geprüft sein oder nach DIN EN 14476 mit zusätzlichen Prüfungen. Der Hintergrund: Bei der Prüfung nach DVV/RKI-Methoden werden alle bewährten Testviren mit einbezogen. Außerdem werden hier die ausgelobten Anwendungsbedingungen (Konzentration und Einwirkzeit) durch mindestens zwei unabhängige Tests bestätigt werden. Die auf europäischer Ebene erarbeiteten Normen stellen nach Ansicht des Arbeitskreises Viruzidie beim RKI demnach lediglich Mindestanforderungen dar – denn hier würde auch ein einzelner Test genügen. Von Produkt-Herstellern, deren Auslobung „begrenzt viruzid PLUS“ auf der EN 14476 beruht, fordert das RKI daher zusätzliche Nachweise.

Sterillium® med und Sterillium® Virugard erfüllen die Kriterien für die Auslobung „begrenzt viruzid PLUS“ gemäß den Richtlinien von DVV/RKI.

Im Rettungsdienst ist oft unklar, welche Not-Situation die Rettungskräfte erwartet – denn der Infektionsstatus der Patienten ist meist unbekannt. Daher besteht eine potenziell erhöhte Infektionsgefahr für die Mitarbeiter. Für einen umfassenden Schutz, empfiehlt sich daher, auf ein Händedesinfektionsmittel mit dem größtmöglichen Wirkungsspektrum zurückzugreifen. Viruzide Mittel, wie beispielsweise Sterillium® Virugard von HARTMANN, bieten wirksamen Schutz bei behüllten und unbehüllten Viren, sowie Bakterien und Pilze.

 

Quellen:

Schwebke, I. et al. Prüfung und Deklaration der Wirksamkeit von Desinfektionsmittel gegen Viren zur Anwendung im human-medizinischen Bereich. Bundesgesundheitsbl 2017, 60.

Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI), Bundesgesundheitsbl  2016, 59:1189-1220.

Exner, M. und Gebel, J. Mitteilung der Desinfektionsmittel-Kommission im VAH: Neuer Wirksamkeitsbereich begrenzt viruzid PLUS – was ist das? Hyg Med 2016, 41-12.

 

Weitere Informationen zu Noroviren und Hygiene-Tipps auf www.bode-science-center.de unter CENTER.

Produkte zur Händehygiene

Produkte zur Händedesinfektion nach Wirkungsspektrum

Die Sterillium®-Produkte von HARTMANN:

 

Bakterizid (1)/ levurozid begrenzt viruzid (2) begrenzt viruzid PLUSfungizid mykobakterizid tuberkulozid viruzid *Adenovirus *Norovirus (3) *Polyomavirus *Rotavirus
Händedesinfektion        
> Sterillium®  
> Sterillium®  classic pure      
> Sterillium®  med  
> Sterillium®  Virugard  

*Wirksam gegenüber…
(1) inkl. multiresistenter Bakterien
(2) inkl. HBV, HIV, HCV
(3) getestet am murinen Norovirus

Applikationshilfen - Dosierspender

Krankheitserreger werden überwiegend über die Hände übertragen. Die richtige Händehygiene ist daher für Patienten- und Personalschutz auch im Rettungswesen von zentraler Bedeutung. Sinnvoll platzierte Spendersysteme stellen sicher, dass Hände-Desinfektionsmittel immer dann zur Verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden. Im Rettungsdienst sind Spender von Vorteil, die an enge Raumverhältnisse angepasst sind.  Wichtige Vorzüge sind einfache, schnelle Flaschenwechsel, Verbrauchsmessung durch Zählwerke und eine höhere Compliance durch berührungslose Produktentnahme.
Auch können Signalfarben zu einer besseren Händehygiene-Compliance führen: Sie fallen stärker ins Auge und steigern so die Bereitschaft zur Händedesinfektion [1].

[1] Davis, C.R.: Infection-free surgery: how to improve hand-hygiene compliance and eradicate methicillin-resistant Staphylococcus aureus from surgical wards. Ann R Coll Surg Engl, 2010, 92: 316-319.

Die Eurospender von HARTMANN

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